Startseite
Inhalt
|
Der raue Charme Mannheims offenbart sich über seine Menschen: Ein 80-minütiger dokumentarischer Streifzug durch eine Mannheimer Nacht, von Sonnenuntergang bis zur Morgendämmerung. Mannheim ist vielseitig. Arbeiterstadt, Kultur- und Multikulturmetropole Baden-Württembergs. Und die Stadt mit einem der größten Binnenhäfen Europas. Diese Mischung macht die kleine Großstadt so außergewöhnlich, extrem lebendig und richtig großstädtisch. Das sagen zumindest viele „Zugereiste“. Egal aus welchen Teilen der Welt es sie nach Mannheim verschlagen hat. Wir haben sie interviewt und bei ihrer Arbeit begleitet. Den Ballettdirektor des Nationaltheaters Kevin O´Day aus Detroit, die Sopranistin Janice Dixon aus New York oder den Sportreporter Antti Soramis aus Finnland. Natürlich kommen auch die Mannheimer zu Wort. Die Echten wie die „Eingebürgerten“. Die Unterschiede sind fließend. Zu dieser Gruppe gehört beispielsweise der Mannheimer Grieche Cosmadakis Athanasios, genannt „Saki“, der schon in der zweiten Generation das Lokal „Rhodos“ betreibt. Nachts von außen liebevoll beleuchtet, nennt er es selbst „Das Tor zum Jungbusch“, das bis zu den frühen Morgenstunden Sammelbecken für Nachtgestalten jeder Art ist. Er kennt viele Geschichten und Schicksale und bezeichnet Mannheim als „naturtrübe Stadt“, deren Charme „hart aber herzlich“ ist. Im gleichen Stadtteil in einem Hinterhof hat auch der international agierende Fotograf Ivo Kljuce sein Atelier. Er fotografiert in den USA für das Musikmagazin „Rolling Stone“, aber auch deutsche Promis wie Ben Becker und Xavier Naidoo kommen ihm vor die Linse. Gerade hat er eine Werbekampagne für die Brauerei Welde „geschossen“. Die Geschichten sind vielschichtig, anrührend und heiter zugleich. Die türkisch-mannheimer Soulsängerin Fatma Tazegül, die nach einer Absage erneut ihre Aufnahme an der Pop-Akademie in Angriff nimmt, verdient momentan ihr Geld als Frontfrau der Bands „Booty Jam“ und „AmaKomA“ und schätzt dabei sehr abgeklärt ihre Chancen für die Zukunft ein. Weiter geht es durch den Abend und die Nacht mit dem Taxifahrer Rolf Dieter Kolb, der Wasserschutzpolizei, Club-Besitzer Bernd Fohmann, Bürgermeister für Bildung, Kultur und Sport Dr. Peter Kurz, Generalintendantin Regula Gerber und dem Großmarkthändler Martin Schuster und seiner Familie. An Orten die unterschiedlicher nicht sein können. Von der SAP-Arena bis zur Synagoge und der Yavuz- Sultan-Selim Moschee.
Der in Bad Dürkheim geborene Regisseur Axel Bold portraitiert Mannheim auf eine ehrliche und eindringliche Art und Weise. In nur einer Nacht bringt er das Lebensgefühl dieser Stadt auf den Punkt. Dies schafft er vor allem, weil er nah dran ist an seinen Protagonisten. Er stellt Mannheim über seine Menschen vor, denn nur so kann man die Vielschichtigkeit dieser Stadt in ihrem ganzen Ausmaß begreifen. In einer Mannheimer Nacht trifft der Zuschauer auf Charaktere und Orte, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Axel Bold macht einen Querschnitt durch die vielschichtige Masse der Mannheimer und findet dabei Schnittpunkte zwischen all den unterschiedlichen Typen, die in Mannheim leben und diese lebendige Stadt ausmachen. Er verbindet in diesem Film die mannigfachen Charakteristika der Stadt, also Arbeit, Kultur und den gesunden Mix verschiedener Nationalitäten und offenbart, dass dieses Zusammenspiel funktioniert.
LICHTER MANNHEIMS ist aber nicht nur einen Film über Mannheim für Mannheim. Der Schwerpunkt des Films liegt eindeutig auf seinen Protagonisten. Er zeigt somit, dass eine Stadt so ist wie sie ist, auf Grund der Menschen, die sie bewohnen und bereichern – jeder auf seine eigene Weise.
Nur ein Dokumentarfilm ist so nah an der Realität und echten Emotionen. LICHTER MANNHEIMS lässt sich ein Stück weit eingliedern in die Reihe der jungen deutschen Dokumentarfilme, die Identität suchen, wiederentdecken und zurückgeben. |